Brick|film ['brɪkfɪlm], der; -s, -e <engl. »Klötzchenfilm«>: Animationsfilm in Stop-Motion-Technik, der überwiegend mit Lego® und anderem Klicksteinmaterial gedreht wurde.

Brick|board ['brɪkbɔːd], das; -s, - <engl. »Klötzchenbrett«>: DIE deutschsprachige Community-Seite für alle Brickfilmer und Brickfilm-Interessierte!

#StopmotionSonntag 14: 16 LEGO „Star Wars: The Force Awakens“ trailers →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Lange hat es gedauert, bis in dieser Rubrik ein Star-Wars-Brickfilm zu sehen ist. Und dann auch nur zu dem Zweck, die Masche sämtlicher Star-Wars-Brickfilme aufzudecken, die mitverantwortlich sind für die Verflachung des Genres. Der Trick ist einfach: Es kommt gut an, etwas Bekanntes so dicht wie möglich mit Lego zu reproduzieren. Das illustriert dieser Zusammenschnitt von 16 Lego-Versionen des Star-Wars-Trailers auf hervorragende Weise:

Man kann den einzelnen Filmemachern keinen Vorwurf machen – es ist ihr kreatives Potenzial, und sie haben sich entschieden, es nicht zu nutzen. Als technische Fingerübung sind solche Filme geeignet, aber ansonsten entlocken sie mir bloß ein Schmunzeln, gefolgt von einem herzlichen Gähnen.
Hervorheben möchte ich dann doch die Version von Smeagol und Co., die mir zumindest technisch als die gelungenste erscheint. Aber was wäre möglich gewesen, hätte man die ganze Arbeit in eine originelle Story investiert! Alles bloß für sichere Klicks?

Veröffentlicht von am 17. September 2017 um 19:00 in Allgemein

#StopmotionSonntag 13: About a Door →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Es gibt Brickfilmer, die das teuerste Equipment haben, ein Zimmer voll mit Lego und jede Menge Zeit – und die trotzdem keine interessanten Filme drehen. Und dann gibt es solche, die ihr klägliches Set mit Duplo erweitern müssen und mit einer alten Webcam filmen, bei der man die Pixel zählen kann – und deren Filme einschlagen wie eine Bombe! Den Unterschied macht die gute Idee. Und so eine gute Idee hatte Holger, als er sich „About a Door“ ausdachte.

Dabei stößt eine Gruppe von unbedarften Legofiguren auf eine verschlossene Tür, die laut Schild nicht geöffnet werden darf. Schnell spaltet sich die Gemeinschaft in die Konservativen, die um jeden Preis die Tür geschlossen halten wollen und vor den schlimmen Gefahren warnen, die dahinter lauern, und den Progressiven, die stattdessen dem Schild misstrauen und sich von der offenen Tür ein besseres, freies und selbstbestimmtes Leben erhoffen. Bei all dem Chaos, das sich ausbreitet, bleibt die Frage: Was ist denn nun hinter der Tür?
Diese simple Grundidee hat „About a Door“ zu einem Klassiker gemacht, der zahlreiche Parodien nach sich zog, darunter auch Auflösungen, was sich tatsächlich hinter der Tür versteckt.
Eine Art Auflösung hat Holger dann auch selber hinterhergeschickt. Mehr Filme von Holger gibt es hier zu sehen.

Veröffentlicht von am 3. September 2017 um 19:00 in Allgemein

#StopmotionSonntag 12: Ärger im Teehaus →

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Dirk Boettcher hat sich nach sechs Jahren abermals bereit erklärt, die Steinerei in Hamburg zu organisieren – dafür vielen Dank! In logischer Folge müsste dann 2019 wieder Bremen und 2020 Dortmund an der Reihe sein. Mal schauen, wie es damit weitergeht.
Ich nutze die Gelegenheit, um meinen Lieblingsfilm von Dirk vorzustellen. „Ärger im Teehaus“ erzählt lange vor Lego Ninjago die Geschichte von einem weisen alten Krieger und einer streitlustigen Gruppe von Halunken, die sich natürlich prompt mit dem Falschen anlegen. Der Film ist zwar schon etwas älter, fängt aber perfekt die Ästhetik trashiger Asia-Martial-Arts-Kampffilme a la „Tiger and Dragon“ oder „Hero“ ein. Die Wahl von Technik-Lochsteinen für die Teehauswände ist perfekt, die Kampfszenen schön dynamisch und die Sprüche natürlich supercool.

Hier kann der Film diskutiert werden. Mehr Filme von Boettcher Productions findet man auf seiner Homepage.

Veröffentlicht von am 20. August 2017 um 19:00 in Allgemein

#StopmotionSonntag 11: The Gauntlet →

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Am liebsten sind mir Filme, die ohne Worte auskommen. Ich mag keine ewigen Dialoge zwischen Plastikmännchen, die dazu hilflos mit den Armen rudern und schäbige Mundanimationen im Gesicht kleben haben. Und darum mag ich „The Gauntlet“ so sehr, und noch aus vielen anderen Gründen. Der Film traut sich, GROSS zu sein! Nicht bloß der zum Leben erweckte Golem, auch jede der Berghallen ist gewaltig. Und dann lässt einem der Film auch die nötige Ruhe, sich in diesen Hallen umzuschauen. Schlichte steinerne Wände, Treppenabgänge, schwere Vorhänge und ein böser Magier – hier möchte man nicht eingesperrt sein. Was dem Film an Dialog fehlt, wird durch die Musikwahl ausgeglichen. Düster steigert sich Griegs „In den Hallen des Bergkönigs“ zur dramatischen Raserei in den finsteren Gängen. Auch nach all den Jahren wert, aus seinem Verlies befreit zu werden.
Allein der trashige Titel scheint mir mittlerweile etwas aus der Zeit gefallen. Erinnert aber irgendwie an Monty-Python-Zwischensequenzen…

Ein paar Infos findet man auf der entsprechenden Brickfilm-Wiki-Seite.
Gibt es eigentlich irgendwo noch Felix‘ „Golem“ zu sehen? Ich kann ihn nirgendwo finden…

Veröffentlicht von am 6. August 2017 um 19:00 in Allgemein

#StopmotionSonntag 10: Bohnen →

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Nach den letzten zwei Brickfilm-Schwergewichten gibt es an diesem Sonntag etwas leichtere Kost – oder etwa doch nicht? Viel mehr Worte muss man über den folgenden Film nicht verlieren, und darum höre ich an dieser Stelle auf und wünsche viel Vergnügen mit „Bohnen“ von Kyrneh!

Hier wurde der Film bereits vorgestellt.

Veröffentlicht von am 9. Juli 2017 um 19:00 in Allgemein

#StopmotionSonntag 9: Die Helden von Bern →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Der heutige Film war einer der ersten Lego-Stopmotion-Filme, die ich in meinem Leben gesehen habe. Zu einer Zeit, als es noch nicht einmal Youtube und das Brickboard gab, verbreitete sich dieser Film bereits über das Internet und landete irgendwann auch bei mir. Schwer zu sagen, wie oft ich ihn seitdem schon gesehen habe, aber dank diesem Film kann ich den Stadionkommentar von Herbert Zimmermann fehlerfrei mitsprechen. Die Rede ist natürlich von den „Helden von Bern“ von Florian Plag, Martin Seibert und Ingo Steidel aus dem Jahr 2003:

Ein Film, dessen Relevanz alleine dadurch bewiesen wäre, dass es einen eigenen Wikipedia-Artikel darüber gibt – einzigartig für einen deutschsprachigen Brickfilm, abgesehen vom überproduzierten Nachfolger Helden 06. Für viele dürfte er ein Anreiz gewesen sein, einen eigenen Film zu drehen, und zumindest hat er das Genre deutschlandweit bekannt gemacht. Reichlich absurd, wenn man den Film aus heutiger Sicht beurteilt – komische Laufanimation, überall blitzt die Tischplatte durch, und warum dieses schäbige Mikrofon aus Knete? Aber in meinen Augen hat der Film gestrahlt, und ich konnte mich nicht sattsehen an dem Geschehen auf dem Rasen, auf der Tribüne und bei den Szenen im Häuschen des Kommentators. Auch heute noch sehe ich ihn mit dieser Brille des kleinen Jungen, der gerade aufgehört hat, mit Lego zu spielen, und dem sich plötzlich die Tür zu einer ganz neuen Welt voller Möglichkeiten öffnet – die Möglichkeit, eigene Geschichten nicht nur zu spielen, sondern sie anderen zu erzählen. Der Rest ist Geschichte.
In diesem Forum wurde schon lang und breit über beide Filme philosophiert – die Meinungen sind gespalten!

Veröffentlicht von am 2. Juli 2017 um 19:00 in StopmotionSonntag

#StopmotionSonntag 8: Eiskalt →

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Jeder Film entsteht, um angeschaut zu werden. Am liebsten natürlich von ganz vielen und nicht bloß den paar Verwandten und Freunden. Dank dem Internet ist es heute möglich, ein weltweites Publikum zu erreichen. Manchen Filmen fällt das sehr schwer, bei anderen gelingt es hingegen sensationell gut. Ein Beispiel für einen solchen Film, der auf Youtube beeindruckende Klickzahlen erreicht, ist „Eiskalt“ von Markus Engel, Teil des Filmemacher-Duos Rainlight aus dem Jahr 2011.

https://www.youtube.com/watch?v=aQVmt5GzPR8

Der Film ist solide gemacht, hat viele witzige Momente und war der Vorläufer für weitere Filme von Markus, die regelmäßig Preise bei der Steinerei gewinnen konnten. Trotzdem ist es selbst für den Filmemacher selber nicht genau zu erklären, warum ausgerechnet dieser Film dermaßen oft auf Youtube angeschaut wurde. Seine aktuellen Filme haben Viewzahlen bis 100.000, was für einen Brickfilm schon sehr gut ist. „Eiskalt“ hingegen hat unfassbare 36.030.590 Aufrufe, Tendenz steigend. Hier zeigt sich ein Vorteil des Systems Youtube: Wenn der Stein erst einmal ins Rollen gekommen ist und ein Video viele Aufrufe hat, kommen automatisch mehr dazu, wenn der Film öfter vorgeschlagen wird und bei Suchanfragen ganz oben landet. Vielleicht ist „Eiskalt“ sogar der deutschsprachige Brickfilm mit den meisten Aufrufen.
Warum genau ein Film so viele Aufrufe bekommt, lässt sich nicht durchschauen. Gelegentlich greift Youtube selbst ein, wie z.B. als „made in 2 days“ von brixhouse auf der Youtube-Startseite vorgeschlagen wurde und prompt mehrere zehntausend Aufrufe mehr verzeichnete (2008, also zu einer Zeit, als sich noch gar nicht so viele Leute auf Youtube herumgetrieben haben).
Auf der Youtube-Seite von „Eiskalt“ lässt sich dann aber auch direkt die Schattenseite dieser Popularität ablesen – die Idiotie des durchschnittlichen Youtube-Kommentators. Man liest auch freundliches über den Film, aber viele der Kommentare sind entweder völlig offtopic („Who is watching this in 2016?“), kritisieren den Film pauschal („hate it bad job I do not like it“) oder bemängeln, dass sie die Sprache des Films nicht verstehen („When you’re American watching an German stop motion not understanding a single word“), obwohl Markus an mehreren Stellen auf die Untertitel hinweist.
Aber mit 36 Millionen Klicks in der Tasche kann man darüber wohl getrost hinwegsehen. Was genau jetzt einen Brickfilm zum Internethit macht, bleibt allerdings unbeantwortet. Vielleicht gehört einfach ein bisschen Glück dazu.

Veröffentlicht von am 25. Juni 2017 um 19:30 in StopmotionSonntag

„How fan films shaped The Lego Movie“ →

Aus den Reihen der Brickfilmer gab es viel Lob für den Lego-Kinofilm „The Lego Movie“ von 2014.
Diese sehenswerte Doku zeigt noch einmal detailliert die Vorgehensweise der Filmemacher auf, aus „The Lego Movie“ eine Hommage an die Brickfilmszene zu machen. Das reicht von der Beleuchtung über digital eingefügte Finderabdrücke bis zu direkten Verweisen auf tatsächliche Filme. Am offensichtlichsten ist die Hommage an den Klassiker „The Magic Portal“. In der Doku wird aber sogar Material der HARPO-Studios gezeigt und damit auch den Anfägen des deutschsprachigen Brickfilms gedacht. Auf jeden Fall ist es sehr schön zu sehen, wieviel Recherche und Mühe die Entwickler des Films in diese kleinen Details gesteckt haben, die eigentlich nur für ein paar Eingeweihte verständlich sind. Vielleicht sind es nach dieser Doku ein paar mehr.

Diskutiert werden kann in diesem Thread.

Veröffentlicht von am 19. Juni 2017 um 23:10 in Allgemein

#StopmotionSonntag 7: The River →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Diese Woche geht es auf eine mystische Kanutour entlang des titelgebenden Gewässers. Gemeint ist allerdings nicht Knausers neues Vater-Sohn-Epos „Der Donnerfluss“, sondern der etwas ältere Film „The River“ von Night Owl.

Der Fluss – eine Metapher, deren Bedeutung im Film nicht augelöst wird. Ein Soldat wird in einer fatalen Schlacht verlässt, und unternimmt eine Reise – wohin eigentlich? Durch seinen Geist? Durch die Geschichte der Menschheit? Die Geschichte des Planeten? Vom Leben in den Tod? Vom Tod zurück ins Leben? Vieles bleibt vage in diesem Film, nicht bloß inhaltlich, sondern auch bildlich. Konturen verschwimmen, Schatten legen sich über Gesichter, weiche Blenden in jeder Einstellung und am Ende ein weißes Nichts, in dem der Kahn paddelt. In der anglophonen Brickfilm-Welt für seine „Great Cinematography“ gelobt, wurde dieser Brickfilm in einer entsprechenden Diskussion als Beispiel angeführt für Filme, die gut aussehen und wenig erzählen. Technisch perfekt ist er in jedem Fall, und vielleicht muss man sich von dem Gedanken lösen, dass ein Filmemacher einem auch immer eine tiefergehende Bedeutung auf den Weg geben will und nicht einfach einen schönen Film drehen wollte.
Hier findet sich der offizielle Thread zum Film.

Veröffentlicht von am 18. Juni 2017 um 19:30 in Allgemein

#StopmotionSonntag 6: Resident Evil →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Heute greifen wir wieder ganz tief in die Schatzkiste des Brickboards und zeigen euch diesen Horror-Brickfilm über den Ausbruch einer mysteriösen Krankheit in einer kleinen Stadt.

Es ist nicht allzu schwer, einen Film zu parodieren, bloß indem man ihn mit Bauklötzen umsetzt. Alles, was im Original ernst oder sogar bedrohlich wirkt, kommt aus dem Mund einer kleinen gelben Plastikfigur schon wieder ganz anders rüber. Umso schwieriger ist es also, einen Brickfilm zu drehen, der tatsächlich spannend und unheimlich ist und es geschafft hat, die Niedlichkeit einer Welt aus Lego in den Hintergrund zu drängen. Bei diesem Lego-Zombie-Klassiker gelingt das vor allem durch die Lichtgestaltung: Autoscheinwerfer, flackernde Neonröhren in Unterführungen und das halbdunkle Dämmerlicht über jeder Szene des Films lassen keinen Zweifel daran, dass wir uns in einer Welt bewegen, in der jederzeit etwas aus den Schatten angreifen kann.
Im zugehörigen Thread liest man viel Lob – laut mert ist es bloß schade, dass die Filmemacher die Lego-Studios-Kamera benutzt haben. Ausgehend von unseren heutigen Sehgewohnheiten muss zumindest ich dazu sagen: Wie schön, mal wieder einen alten verpixelten und verrauschten Brickfilm zu sehen. In einer Zeit, in der jeder Brickfilm kristallklar und scharf aussehen kann, sollte man wieder überlegen, ob die Qualität der Aufnahme nicht schon ein Stilmittel für sich ist. Für diesen Zombiefilm passt es auf jeden Fall perfekt, vielleicht heute sogar besser als noch vor 12 Jahren, als alle nach optischer Perfektion strebten.
Falls noch jemand eine funktionstüchtige Kamera des Lego Movie Maker Sets hat – ich hätte Interesse! 😉

Veröffentlicht von am 11. Juni 2017 um 19:00 in Allgemein

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