Brick|film ['brɪkfɪlm], der; -s, -e <engl. »Klötzchenfilm«>: Animationsfilm in Stop-Motion-Technik, der überwiegend mit Lego® und anderem Klicksteinmaterial gedreht wurde.

Brick|board ['brɪkbɔːd], das; -s, - <engl. »Klötzchenbrett«>: DIE deutschsprachige Community-Seite für alle Brickfilmer und Brickfilm-Interessierte!

#StopmotionSonntag 9: Die Helden von Bern →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Der heutige Film war einer der ersten Lego-Stopmotion-Filme, die ich in meinem Leben gesehen habe. Zu einer Zeit, als es noch nicht einmal Youtube und das Brickboard gab, verbreitete sich dieser Film bereits über das Internet und landete irgendwann auch bei mir. Schwer zu sagen, wie oft ich ihn seitdem schon gesehen habe, aber dank diesem Film kann ich den Stadionkommentar von Herbert Zimmermann fehlerfrei mitsprechen. Die Rede ist natürlich von den „Helden von Bern“ von Florian Plag, Martin Seibert und Ingo Steidel aus dem Jahr 2003:

Ein Film, dessen Relevanz alleine dadurch bewiesen wäre, dass es einen eigenen Wikipedia-Artikel darüber gibt – einzigartig für einen deutschsprachigen Brickfilm, abgesehen vom überproduzierten Nachfolger Helden 06. Für viele dürfte er ein Anreiz gewesen sein, einen eigenen Film zu drehen, und zumindest hat er das Genre deutschlandweit bekannt gemacht. Reichlich absurd, wenn man den Film aus heutiger Sicht beurteilt – komische Laufanimation, überall blitzt die Tischplatte durch, und warum dieses schäbige Mikrofon aus Knete? Aber in meinen Augen hat der Film gestrahlt, und ich konnte mich nicht sattsehen an dem Geschehen auf dem Rasen, auf der Tribüne und bei den Szenen im Häuschen des Kommentators. Auch heute noch sehe ich ihn mit dieser Brille des kleinen Jungen, der gerade aufgehört hat, mit Lego zu spielen, und dem sich plötzlich die Tür zu einer ganz neuen Welt voller Möglichkeiten öffnet – die Möglichkeit, eigene Geschichten nicht nur zu spielen, sondern sie anderen zu erzählen. Der Rest ist Geschichte.
In diesem Forum wurde schon lang und breit über beide Filme philosophiert – die Meinungen sind gespalten!

Veröffentlicht von am 2. Juli 2017 um 19:00 in StopmotionSonntag

#StopmotionSonntag 8: Eiskalt →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Jeder Film entsteht, um angeschaut zu werden. Am liebsten natürlich von ganz vielen und nicht bloß den paar Verwandten und Freunden. Dank dem Internet ist es heute möglich, ein weltweites Publikum zu erreichen. Manchen Filmen fällt das sehr schwer, bei anderen gelingt es hingegen sensationell gut. Ein Beispiel für einen solchen Film, der auf Youtube beeindruckende Klickzahlen erreicht, ist „Eiskalt“ von Markus Engel, Teil des Filmemacher-Duos Rainlight aus dem Jahr 2011.

https://www.youtube.com/watch?v=aQVmt5GzPR8

Der Film ist solide gemacht, hat viele witzige Momente und war der Vorläufer für weitere Filme von Markus, die regelmäßig Preise bei der Steinerei gewinnen konnten. Trotzdem ist es selbst für den Filmemacher selber nicht genau zu erklären, warum ausgerechnet dieser Film dermaßen oft auf Youtube angeschaut wurde. Seine aktuellen Filme haben Viewzahlen bis 100.000, was für einen Brickfilm schon sehr gut ist. „Eiskalt“ hingegen hat unfassbare 36.030.590 Aufrufe, Tendenz steigend. Hier zeigt sich ein Vorteil des Systems Youtube: Wenn der Stein erst einmal ins Rollen gekommen ist und ein Video viele Aufrufe hat, kommen automatisch mehr dazu, wenn der Film öfter vorgeschlagen wird und bei Suchanfragen ganz oben landet. Vielleicht ist „Eiskalt“ sogar der deutschsprachige Brickfilm mit den meisten Aufrufen.
Warum genau ein Film so viele Aufrufe bekommt, lässt sich nicht durchschauen. Gelegentlich greift Youtube selbst ein, wie z.B. als „made in 2 days“ von brixhouse auf der Youtube-Startseite vorgeschlagen wurde und prompt mehrere zehntausend Aufrufe mehr verzeichnete (2008, also zu einer Zeit, als sich noch gar nicht so viele Leute auf Youtube herumgetrieben haben).
Auf der Youtube-Seite von „Eiskalt“ lässt sich dann aber auch direkt die Schattenseite dieser Popularität ablesen – die Idiotie des durchschnittlichen Youtube-Kommentators. Man liest auch freundliches über den Film, aber viele der Kommentare sind entweder völlig offtopic („Who is watching this in 2016?“), kritisieren den Film pauschal („hate it bad job I do not like it“) oder bemängeln, dass sie die Sprache des Films nicht verstehen („When you’re American watching an German stop motion not understanding a single word“), obwohl Markus an mehreren Stellen auf die Untertitel hinweist.
Aber mit 36 Millionen Klicks in der Tasche kann man darüber wohl getrost hinwegsehen. Was genau jetzt einen Brickfilm zum Internethit macht, bleibt allerdings unbeantwortet. Vielleicht gehört einfach ein bisschen Glück dazu.

Veröffentlicht von am 25. Juni 2017 um 19:30 in StopmotionSonntag

#StopmotionSonntag 5: Dane Cook gets slapped by a hobo with a fish →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Heute wird international bekannter Film vorgestellt, der zu seiner Zeit einen regelrechten Hype auslöste und heute noch im weltweiten Brickfilm zitiert wird.

Dieser Film steht stellvertretend für die gewaltige Welle an Imitationen und Parodien, die er (vor allem im anglophonen Brickfilm) ausgelöst hat. In diesen Filmen kommt jedes Mal der Comedian Dane Cook auf die absurdeste Art und Weise zu Schaden – er wird mit einem Fisch verprügelt, von einem Elefanten auf einem Fahrrad erschlagen oder dem Sonnengott geopfert. Ihren Witz ziehen die Filme aus ihrer Vorhersehbarkeit: Der Titel verrät uns genau, was Dane Cook diesmal widerfährt, außerdem werden im Vorspann noch einmal sämtliche Protagonisten (Dane Cook, a Hobo, a Fish) ausführlich vorgestellt. Die Pointe selber scheint einem alten Monty-Python-Sketch entlehnt, und auch der Einsatz der gezeichneten Hände und das französische „Fin“ erinnern stark an deren Flying-Circus-Show.
Dass dieses Format so begeistert aufgenommen und begierig kopiert wurde, hat wohl mehrere Gründe. Zunächst sind es kurze Filme, die wenig Animation benötigen – dafür umso mehr Kreativität beim Ausdenken schrecklicher Strafen für Dane Cook. Dadurch fühlten sich wohl viele Filmemacher angespornt, noch absurdere Qualen zu erdenken und diese in Lego umzusetzen. Da der Witz auf seiner Vorhersehbarkeit beruht, schadet ihm die Wiederholung nicht, sondern unterstützt dieses Prinzip sogar noch.
Mehr Infos und ein paar Links zu weiteren Dane-Cook-Filmen liefert das entsprechende Brickfilm-Wiki.
Im deutschsprachigen Brickfilm taucht Dane Cook erstmalig im Film Paragraph von golego und nichtgedreht auf, auch wenn ihm hier ein schlimmes Schicksal erspart bleibt.
Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktioniert die „Glasses“-Serie der österreichischen Brickfilmer A&M Studios und Legostudio01. Auch hier ist die Pointe schon am Anfang klar, nur der Weg dorthin wird originell aufgearbeitet.

Veröffentlicht von am 4. Juni 2017 um 19:00 in StopmotionSonntag

#StopmotionSonntag 4: Ein echter Matrose →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Mittlerweile sind die meisten Steinerei-Besucher schon wieder aus Kaiserslautern in die Heimat zurückgekehrt – genau die richtige Zeit für den #StopmotionSonntag!
Die Kombination aus Realfilm und Trickfilm ist für viele Brickfilmer verlockend – wenige haben sie derart zu ihrem Markenzeichen erhoben wie Ivan Dubrovin. Da an diesem Wochenende sein neuer Film „Das Dorf“ bei den Deutschen Filmfestspielen des BDFA gezeigt wird, sei an dieser Stelle noch einmal an einen seiner früheren Filme erinnert.

Den Thread zum Film findet ihr hier.

Veröffentlicht von am 28. Mai 2017 um 19:00 in StopmotionSonntag

#StopmotionSonntag 2: Paint. →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Heute: Paint von CheesyBricks. Ein Film mit einer einfachen Idee, die tadellos umgesetzt wird – ganz im Stil von Stopmotion-Klassikern wie „Western Spaghetti“. Viel Spaß!

Veröffentlicht von am 14. Mai 2017 um 19:00 in Allgemein, StopmotionSonntag

#StopmotionSonntag 1: Ein geflügeltes Wort →

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Den Anfang macht dieser schlichte, aber schöne Brickfilm der 0711 Nordlichter, der für die Steinerei 2007 gedreht wurde. Gedreht im Puppenhaus-Stil, mit vielen kleinen Details und einer überraschenden Pointe. Viel Spaß!

Hier geht’s zur Diskussion im Brickboard.

Veröffentlicht von am 7. Mai 2017 um 19:00 in Allgemein, StopmotionSonntag

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