1854 schrieb Marx u.a. Folgendes: "Nichts gleicht aber dem Elend und den Leiden der Juden in Jerusalem (...); sie sind unausgesetzt Gegenstand muselmanischer Unterdrückung und Unduldsamkeit, von den Griechisch-Orthodoxen beschimpft, von den Katholiken verfolgt und nur von den spärlichen Almosen lebend, die ihnen von ihren europäischen Brüdern zufließen." (MEW, Bd. 10, S. 176) So viel vom Genossen Karl zum Mythos, der da besingt: "Vor dem Zionismus war alles Friede Freude Eierkuchen."
Auch sonst strotzt dieser Film vor Geschichtsklitterung. Was ging der sog. "Nakba" 1948 voraus? Die Kriegserklärung gegen Israel unmittelbar nach dessen Gründung durch Ägypten, Jordanien, Syrien, Libanon und Irak - d.h., durch SÄMTLICHE umliegenden Nachbarstaaten. Dass es im Rahmen dieses Krieges zu Kriegsverbrechen und Vertreibungen durch Israel kam, ist unbestritten - Vertreibungen, die übrigens kurz darauf durch eine massive Vertreibung (oder kann man schon ethnische Säuberung sagen?) von Juden, die nun wirklich GAR NICHTS mit diesem Krieg zu tun hatten, aus eben genannten arabischen Staaten ergänzt wurde. Nur sollte klar sein, wie sich diese Vertreibungen ganz einfach hätten vermeiden lassen: indem man Israel NICHT angegriffen hätte.
Dann 1967: Ja, es war ein Präventivschlag, von dem man HEUTE weiß, dass er unnötig war, weil die arabischen Staaten aller Wahrscheinlichkeit nicht angegriffen hätten. Die Sorge in Israel, in dem zu dem Zeitpunkt noch zu einem großen Teil tatsächliche Shoah-Überlebende lebten, dass dies passieren könnte, war allerdings sehr begründet. Insb. in Ägypten gab es im Vorfeld des Sechstagekrieges Massendemonstrationen, in denen Stoffpuppen mit Schläfenlocken, Hakennasen und ähnlichen "Accessoires" symbolisch erhängt und verbrannt wurden, auf denen die ägyptische Regierung vom antisemitischen Mob angestachelt wurde, doch endlich dem Judenstaat ein Ende zu bereiten. Dass man da als Shoah-Überlebender befürchtet, der nächste Versuch der Judenauslöschung könne erfolgreich sein, wenn man nicht prophylaktisch einschreitet, ist mehr als nachvollziehbar.
Es reiht sich dann leider auch ein in die traurige Reihe politischer Degeneration, dass im Thumbnail von "Aus Gaza" bis kürzlich das rote Hamasdreieck zu sehen war bis hin zu diesem "Werk", in dem das Hochjagen von Merkavas samt Insassen durch Hamas"kämpfer" (denn es waren nun mal keine Zivilisten, sondern eben dieser grün bestirnbandete Abschaum, der solche Sprengungen durchgeführt hat) als begrüßenswerter Akt des Widerstands heroisiert wird. Ich habe wirklich keine Ahnung, was dieses Sich-Gemein-Machen mit reaktionärem Mördergesindel mit Kommunismus zu tun haben soll.
Fazit: Klo auf, runner, gut.