Steinerei - Künstliche Intelligenz, Regelwerk und mehr

  • am 23.06.2026 14:58

    Mein Film "Come To Las Vegas" verwendete KI-generierte Musik, was ich im Abspann auch benannt habe ("Suno") und von einem der Steinerei-Juroren kurz aufgegriffen wurde. Ansonsten gab es kein Feedback zum Thema KI - weder positiv noch negativ.

    Da ich weiß, dass die designierten Steinerei-Organisatoren über eine Überarbeitung der Steinerei-Regeln nachdenken, und vielleicht auch über ein Verbot oder eine Deklarationspflicht von KI-Nutzung, will ich hier mal meine Meinung zum Thema KI kundtun.

    Genereller Hintergrund: Von 8 Musikstücken in meinem Film waren Vor- und Abspann KI-generierte Musik - also in Summe 2 von 8 Musikstücken. Ich habe insgesamt 46 Songs bzw. abgeleitete Variationen durch KI erstellen lassen, um letztlich zwei Songteile zu verwenden. Man muss ein kostenpflichtiges Abo haben, damit der Bereich "Streaming" inkludiert ist - ohne Abo nur private und nicht-kommerzielle Nutzung.

    KI hat vielleicht bei Brickfilmern eher eine negativen Ruf. Arbeit, die ansonsten ewig lange braucht, macht man mit KI in Sekunden. Meint man zumindest ...

    In einer idealisierten Brickfilmer-Welt macht ein Brickfilmer alles selbst: von Drehbuch, MOC-Design, Setbau, Animation, Geräusche, Musik, Gesang und Synchro ... alles nur von einem Brickfilmer.

    In der Praxis ist der Brickfilmer aber oftmals derjenige, der Versatzstücke zu einem Gesamtwerk zusammenfügt. Das Drehbuch besteht vielleicht aus Variationen von Geschichten, die man schon mal irgendwo gehört hat und noch im Kopf hat, MOCs googelt man im Internet oder nimmt Standard-Klemmbaustein-Sets, Geräusche gerne von freesound.org, Synchro und Musik vielleicht von guten Freunden, die hier mehr Erfahrungen haben. Auch wenn die Animation den Großteil der Arbeit ausmacht, so lässt man sich durch Software helfen, um Bildfehler auszugleichen oder per GreenScreen üppige Landschaften zu erstellen, die es beim Filmen so nicht gegeben hat.

    Ist KI letztlich nichts anderes als ein Software-Tool oder mein "Buddy", der mir bei der Musik hilft?

    Wenn KI nichts anderes als ein Software-Tool ist, warum sollte ich das zukünftig deklarieren - andere Software dagegen nicht (Crazytalk, Adobe Software, Blender, ...)?

    Hinzu kommt, dass heutzutage kaum eine Software nicht mit KI wirbt. Habe ich vielleicht schon KI verwendet, wenn ich meine Mundanimation mit der neuesten Version von Crazytalk mache? Oder mit Adobe Software irgendwelche Teile aus einer Szene entfernen lasse, damit die Lego-Figur springt/fliegt?
    Angeblich nutzt "Stop Motion Studio" KI, um unerwünschte Objekte aus einem Bild zu entfernen.

    Aktuell muss man weder im Steinerei-Anmeldeformular alle beteiligten Personen und deren Funktion, die verwendete Software oder den Ursprung von Bild/Sound/Musik offenlegen. Auch gibt es keine Verpflichtung das im Filmabspann zu tun. Dass ich Suno im Abspann erwähnt habe, war also rein freiwillig.

    Ich selbst bin auch immer beeindruckt, wenn ein Brickfilmer möglichst viel selbst macht - also auch Musik, Setdesigns oder Geräusche. Aber bislang spielt es bei den Preiskategorien keine Rolle. Da soll laut Regelwerk der passende "Einsatz" honoriert werden - weniger die Qualität.

    [Nebenbemerkung: Mir fiel auf, dass die Musik-Kategorie als einzige den Zusatz "Einsatz" im Namen der Preiskategorie hat, obwohl auch andere Kategorien laut Erklärung nur den "Einsatz" prämieren.]

    Es heißt zwar "Steinerei - wie Oscars, nur eckig!", aber es gibt einen gravierenden Unterschied, der sich bei der großen Anzahl an Steinerei-Preiskategorien zeigt. Es wird immer nur der Brickfilmer ausgezeichnet, also nicht derjenige, der die Musik gemacht hat oder derjenige, der die Kulissen designt hat, sondern es wird die Leistung für die Zusammensetzung der Versatzstücke zu einem Film honoriert. Ansonsten hätte Kevin MacLeod schon ein volles Regal mit Steinerei-Preisen ... ;-)

    Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin gegen ein KI-Verbot oder eine KI-Deklarationspflicht. KI ist letztlich nur ein Tool. Der Brickfilmer hat weiterhin die Hauptarbeit und fügt die einzelnen Bausteine, egal wie sie entstanden sind, zu einem Brickfilm. Daher würde ich auch kein Problem damit haben, wenn ein Brickfilm, der KI-generierte Musik enthält, den Preis für die Musik erhält oder ein GreenScreen-lastiger Film bei den besten Kulissen gewinnt. Entscheidend ist der "Einsatz", also ob Musik und Animation aufeinander abgestimmt sind.

    Vielleicht ist KI irgendwann soweit, dass sie einen kompletten Brickfilm anhand eines Start- und Endebildes erstellen kann. Dann sollte man sich stärker auf den Begriff "Stop-Motion" besinnen und dieses stärker fordern. So gab es z.B. schon mal einen Steinerei-Brickfilm, der hauptsächlich aus Standbildern und an Fäden gezogenen Figuren bestand (2012: pharao + co) ... ;-)

    Wie seht ihr das?

    Gruß, Dirk

  • am 27.06.2026 13:09

    KI... ein leidiges Thema. Meiner Meinung nach steckt mittlerweile überall KI drin. Auch ich hab als das Thema bekannt gegeben worde zuerstmal den guten Freund ChatGpt gefragt ob er Ideen für eine Story hat. Ich denke allein so etwas wird immer mehr benutzt. Wenn man ein komplettes Drehbuch schreiben lässt wird es am Ende wahrscheinlich auch gar nicht auffallen. 

    Die Frage ist doch immer wie nutzt man es am besten. Das gleiche Thema ist doch auch schon manchmal mit dem CGI Zeug gewesen. Wer extrem viel Ahnung davon hat kann Welten viel größer aussehen lassen, ein anderer muss alles selber bauen oder das Bild sieht einfach "leer" aus. 

    Ich stimme dir voll und gang zu das KI nicht verboten sein sollte solange der Film nicht komplett damit erstellt wird. Ein bisschen Handwerk sollte schon noch zu sehen sein. Ansonsten würde das auch den kompletten Wettbewerb verzerren meiner Meinung nach.

    PS: Meine Einreichung der Chemnitzer Puppenkiste zur Steinerei 2024 wurde übrigens auch nicht genehmigt(ok, war halt auch unter der Kategorie Troll aber trotzdem )

  • am 27.06.2026 22:53

    Ein interessantes Thema und ich werde die Tage, wenn es wieder kühler wird, mir die Zeit nehmen etwas ausführlicher etwas dazu zu schreiben. Aber eine Sache kann ich so nicht stehen lassen:

    Lieber Dirk, Du schreibst Folgendes: 

    "...Es wird immer nur der Brickfilmer ausgezeichnet, also nicht derjenige, der die Musik gemacht hat oder derjenige, der die Kulissen designt hat, sondern es wird die Leistung für die Zusammensetzung der Versatzstücke zu einem Film honoriert. Ansonsten hätte Kevin MacLeod schon ein volles Regal mit Steinerei-Preisen ... ;-)"

    Es hat meines Wissens noch kein einziger Steinerei-Film den Preis für den Einsatz von Musik gewonnen, in dem Musik von Kevin MacLeod verwendet wurde. In allen Filmen, die diesen Preis gewonnen haben, waren entweder die Filmemacher*innen und/oder andere Mitglieder des Brickboards für die Musik verantwortlich.

    Aufgeheizte Grüße

    Baschi


  • am 29.06.2026 15:27

    @Baschi: Ok, der Hinweis auf Kevin MacLeod war etwas übertrieben (mit Zwinkersmiley, was es hier wohl so nicht gibt).


    Die Argumentation ist, dass letztlich immer der einreichende Brickfilmer den Preis der jeweiligen Kategorie bekommt, egal welchen Anteil er an der Entstehung hatte, welche Software genutzt wurde oder ob z.B. die Musik gemeinfrei ist oder von Keven MacLeod oder KI stammt. Von daher macht es keinen Sinn die Nutzung von bestimmten Tools verpflichtend zu kennzeichnen oder von Preiskategorien auszuschließen (falls das überhaupt in Überlegung ist - ansonsten hat sich das Thema hier ohnehin erledigt). Der Brickfilmer wird immer für den Einsatz von ... prämiert - nicht für die Erstellung selbst.


    Beispiele:

    Stanley Q-Brick hat 2026 den Preis für das beste Sprachschauspiel gewonnen, aber hat er auch eine der Stimmen selbst gesprochen? Meiner Meinung nach nicht notwendig.

    Divadfilm hat 2023 den Preis für die beste Musik gewonnen. Die Musik stammt von Emma Ebmeyer. Wurde die Musik extra für den Film komponiert oder eingespielt? Aus meiner Sicht egal. Sollte der Preis an Emma Ebmeyer überreicht werden? Den bekommt letztlich der Brickfilmer.


    Sollte man die Preise wirklich an die Synchronsprecher, Musiker oder sonstige Mitwirkenden vergeben wollen, dann müsste man das Steinerei-Einreichungsformular entsprechend erweitern. Aktuell sind Nennungen im Abspann des Films freiwillig.


    Gruß, Dirk

  • am 30.06.2026 14:31 , bearbeitet am 30.06.2026 14:42


    @Dirk: Das war nicht etwas übertrieben, es entsprach einfach nicht der Realität.

    Grundsätzlich bin ich bei Dir, was die Formulierung "Einsatz von..." betrifft. Ich würde diese Formulierung eigentlich auch so verstehen, dass nicht die Musik und damit die Musikerin oder die Komponistin den Preis bekommt, sondern die Filmemacherin, die die Musik passend für ihren Film ausgesucht und eingesetzt hat. Dabei sollte es egal sein, ob die Filmemacherin selbst, Freunde, Magix oder eine KI die Musik gemacht hat. Wichtig ist nur die Wirkung auf den Film und natürlich ob alle Rechte vorhanden sind.

    Besser wäre im Sinne "Wie Oscars nur eckig" eher eine Formulierung wie "Bester original Soundtrack", "Bester original Song" oder "Beste original Komposition". Dann sollte aber auf dem Anmeldeformular auch dementsprechend nach Interpreten gefragt werden. Und ja, der Preis sollte dann auch der Musikerin/Komponistin gewidmet werden. Und m.M.n. fallen dann unter anderem KI und auch das Zusammenklicken von Samples in Programmen wie Magix oder Garageband raus.


    Was KI betrifft, gibt es mehrere Ebenen, die kritisch betrachtet werden sollten.

    Die erste Ebene ist die des Users, in unserem Fall die Brickfilmerin, die Arbeitsschritte "auslagert" und von der KI machen lässt (Musik, Drehbuch etc.). Ich kann die KI nutzen um meine eigene Kreativität zu unterstützen und umzusetzen, sie also als Werkzeug nutzen um meine Ideen zu verwirklichen (z.B. ChatGPT als Gesprächspartner nutzen um ein Drehbuch auszuarbeiten, störende Elemente aus dem Bild löschen mit Adobe-SW). Das gleiche mache ich ja mit anderen Techniken auch, wie z.B. Videoschnitt-SW oder ganz profan einer Digitalen Kamera ohne die es extrem schwieriger und kostspieliger wäre, einen Brickfilm zu machen. Andererseits könnte ich die KI mit nur einer Handvoll Promps über den gewünschten Inhalt und Musikgenre füttern und schon habe ich einen brauchbaren Song für meinen Film (Habe ich selbst mal ausprobiert und war sehr überrascht, wie einfach es ist). M.M.n. ist da die Schöpfungshöhe zu niedrig um einen Preis zu gewinnen.

    Die zweite Ebene ist die Herkunft des "Wissens" der KI. KIs wurden gefüttert mit allem Möglichen von Menschen kreierten Werken. Musik, Literatur, Filme...einfach alles. Und das, ohne die Urheber zu fragen. Und in dem Moment, in dem wir die KI nutzen, nutzen wir ungefragt etwas, was auf Kunstwerken von anderen basiert. Jetzt könnte man argumentieren, das vieles in der Kunst auf Inspiration und Einfluss von schon vorher dagewesenen Werken basiert. Nur ist das, was die KI macht keine Inspiration oder ein Zitat eines anderen Werkes, nein, die KI ist einfach nur ein dummes Programm, das Wahrscheinlichkeiten berechnet und dann etwas raus wirft. Es erschafft nichts.


    Grundsätzlich bin ich nicht für ein Verbot von KI, das ist heutzutage auch nicht wirklich praktikabel. Worüber wir nachdenken sollten, sind klarere Bezeichnungen der Preiskategorien und was das bedeutet (siehe oben). Das hätte dann eventuell auch zur Folge, dass angegeben werden muss, wie und in welchem Umfang KI genutzt wurde.


    Liebe Grüße

    Baschi


    Nachtrag:

    @Dirk, zu Deinem letzten Absatz: Sollte es irgendwann mal so weit kommen, dass auf der Steinerei vor allem KI-generierte Filme gezeigt werden, dann können wir hier dicht machen und die Steinerei auch einstampfen. weil, dann hätte das nichts mehr mit dem Hobby gemein, das wir alle unser Eigen nennen, oder?

  • am 01.07.2026 16:47

    Hallo Baschi,


    "M.M.n. ist da die Schöpfungshöhe zu niedrig um einen Preis zu gewinnen."

    Eine Schöpfungshöhe spielt in keiner Kategorie eine Rolle - kann auch nicht wirklich gemessen werden. Ich habe schon erlebt, dass Steinerei-Juroren detaillierte Lego-Kulissen gelobt haben, die aber letztlich nur Standard-Lego-Sets waren.


    "...die KI ist einfach nur ein dummes Programm, das Wahrscheinlichkeiten berechnet und dann etwas raus wirft. Es erschafft nichts."

    Das ist ja auch nicht Bedingung des Einsatzes von Software. Blender erschafft auch nichts Neues, sondern macht das, was der Anwender vorgibt.

    Ich würde KI aber auch nicht als Gegenteil von Kreativität ansehen. Wenn ich der KI sage, dass Musik in einem gewissen Genre, mit vorgegebenen Text und bevorzugten Instrumenten gemacht werden soll, dann steckt da von meiner Seite mehr Kreativität drin, als wenn ich mir ein gemeinfreies klassisches Musikstück für meinen Brickfilm downloade.


    "Das hätte dann eventuell auch zur Folge, dass angegeben werden muss, wie und in welchem Umfang KI genutzt wurde."

    Um mit dieser Info dann was zu tun ...? Den Brickfilm aus bestimmten Preiskategorien auszuschließen?

    Dann sollte das nicht nur für KI gelten. <Ironiemodus on>"Bestes Lichtdesign" nicht mit Leuchten, sondern mit Adobe-Software gemacht? Schon disqualifiziert. "Beste Kulissen" bestehen aus Standard-Lego-Sets? Geht ja gar nicht. "Bestes Sounddesign" bei freesound.org zusammengestückelt? Ein No-Go. <Ironiemodus off>


    Aus meiner Sicht: entweder ist alles erlaubt (inklusive KI - solange noch Stop-Motion von Hand gemacht ist) oder man führt Regeln ein, die für jegliche Hilfsmittel (inklusive KI) gelten. Solche Regeln müssen dann allerdings messbar sein - und da wird es allerdings schwierig.


    Gruß, Dirk

  • am 01.07.2026 22:46 , bearbeitet am 01.07.2026 22:50

    Moin Dirk,


    "Eine Schöpfungshöhe spielt in keiner Kategorie eine Rolle - kann auch nicht wirklich gemessen werden. Ich habe schon erlebt, dass Steinerei-Juroren detaillierte Lego-Kulissen gelobt haben, die aber letztlich nur Standard-Lego-Sets waren."

    Was die Schöpfungshöhe von Standard-Lego-Sets betrifft hast Du vollkommen recht und m.M.n. sollten auch die keinen Preis für das beste Setdesign/Kulissenbau gewinnen ;-)

    Schöpfungshöhe ist eigentlich auch von mir falsch, bzw. nicht passend verwendet, da es eigentlich ein Begriff aus dem Urheberrecht ist. Es ist juristisch schon bewertbar, da es dafür Richtlinien gibt. Mir ist nur kein anderes passenderes Wort eingefallen und ich finde schon, dass es dem, was ich sagen wollte, recht nahe kommt. Es geht mir darum, dass wir alle hier kreative Filme mit Klemmbausteinen machen, weil wir Spaß daran haben. Auf der Steinerei sollen die Kreativität und in gewissem Maße auch das Können gewürdigt werden. Für die beste Animation oder das beste Drehbuch. Aber halt auch das beste Setdesign oder der beste Einsatz von Musik. Da reicht es m.M.n. nicht aus, als Kulisse ein paar LEGO-Modulhäuser zu verwenden um einen Preis zu gewinnen. Was die KI-Musik bei der aktuellen Formulierung betrifft habe ich ja schon geschrieben: "Dabei sollte es egal sein, ob die Filmemacherin selbst, Freunde, Magix oder eine KI die Musik gemacht hat."

    Für die Schöpfung unserer Werke nutzen wir Werkzeuge (Lampen, Kamera, Mikro, StopMotion-Software, Blender etc.). Ja, auch KI kann als Werkzeug genutzt werden aber KI ist nicht automatisch ein Werkzeug, das ich mit den anderen gleichsetzen würde. Blender rendert das, was ich ihm an Rohdaten gebe, zu ein Bild oder Video. Die KI nutzt meine Prompts um dann aus dem riesigen "Datenschatz" mit dem die KI trainiert wurde, das Wahrscheinlichste zu erstellen.


    "...Blender erschafft auch nichts Neues, sondern macht das, was der Anwender vorgibt."

    Nein, nicht Blender erschafft was Neues, genau so wie der Pinsel des Malers nichts Neues erschafft, es ist der Maler, der was Neues mit dem Pinsel erschafft.


    "...Wenn ich der KI sage, dass Musik in einem gewissen Genre, mit vorgegebenen Text und bevorzugten Instrumenten gemacht werden soll, dann steckt da von meiner Seite mehr Kreativität drin, als wenn ich mir ein gemeinfreies klassisches Musikstück für meinen Brickfilm downloade."

    Wenn ich dem/der Komponist*in sage, dass Musik in einem gewissen Genre, mit vorgegebenen Text und bevorzugten Instrumenten gemacht werden soll, bin ich zwar der Texter aber nicht der Komponist. Also kann ich auch nicht den Preis für den besten Soundtrack für mich beanspruchen. Aber darum ging es mir auch nicht. So, wie aktuell die Regeln formuliert sind, sollte es keine Rolle spielen, was für Musik verwendet wird um den Preis für den besten Einsatz von Musik zu gewinnen.


    "...Den Brickfilm aus bestimmten Preiskategorien auszuschließen?"

    Kurz gesagt: Ja! Und zwar, wenn der Preis nicht mehr heißen sollte "Bester Einsatz von Musik" sondern, wie bei den Oscars, "Bester original Soundtrack". Denn das heißt für mich, ein Mensch hat für den Film sich die Mühe gemacht, etwas zu komponieren und einzuspielen. Da reicht es für mich nicht aus, eine KI mit Prompts zu füttern.


    "...Dann sollte das nicht nur für KI gelten. <Ironiemodus on>"Bestes Lichtdesign" nicht mit Leuchten, sondern mit Adobe-Software gemacht? Schon disqualifiziert. "Beste Kulissen" bestehen aus Standard-Lego-Sets? Geht ja gar nicht. "Bestes Sounddesign" bei freesound.org zusammengestückelt? Ein No-Go. <Ironiemodus off>..."

    Was das Lichtdesign betrifft, würde ich sagen, dass auch bei der Adobe-SW der Mensch Ahnung haben sollte, wie welches Licht was bewirkt in der Szene. Ich mache da keinen Unterschied zwischen analogen und digitalen Werkzeugen. Was Setdesigns betrifft, gehe ich eigentlich davon aus, dass wir alle so etwas erkennen und ich würde da niemanden ohne LEGO-Kenntnis entscheiden lassen ;-)

    Bei dem Sounddesign oder auch "Tongestaltung" sehe ich das so wie bei "Bester Einsatz von Musik", wie hat der/die Filmemacher*in Sounds eingesetzt um die Bilder zu unterstützen. Egal, wo die Sounds herkommen. (Inkl. KI)


    Abschließend nochmal: Ich bin gegen ein Verbot von KI, würde es aber nicht mit anderen Techniken gleichsetzten. Ich bin für eine klarere Beschreibung mancher Preiskategorien, was auch bedeuten kann, dass für manche Kategorien angegeben werden muss, ob und wie KI genutzt wurde. Ob das kontrollierbar ist? Wahrscheinlich nicht, aber ist das wirklich so wichtig?


    Liebe Grüße

    Baschi

  • am 03.07.2026 17:19

    Hallo Baschi,


    "Was die Schöpfungshöhe von Standard-Lego-Sets betrifft hast Du vollkommen recht und m.M.n. sollten auch die keinen Preis für das beste Setdesign/Kulissenbau gewinnen ;-)"

    Ich habe dieses Jahr den Steinerei-Preis für beste Kulissen gewonnen. Meinst du, dass in meinem Film nicht ein Standard-Lego-Design vorkam? Oder ein anderes Kulissendesign, dass nicht von mir war?

    Klar mag man sagen, dass ein paar Standard-Lego-Designs immer mal vorkommen dürfen. Mir scheint aber, dass es bei dem Thema KI anders gesehen wird. Da wurde Musik mit KI gemacht, geht ja gar nicht - auch wenn es vielleicht nur auf einen Bruchteil der Musik zutrifft. Wurde zwar nicht genau so gesagt, aber ich würde eine Stigmatisierung des Themas KI befürchten.


    "Was Setdesigns betrifft, gehe ich eigentlich davon aus, dass wir alle so etwas erkennen und ich würde da niemanden ohne LEGO-Kenntnis entscheiden lassen ;-)"

    Da erwartest du von den Steinerei-Juroren zu viel. Auch Brickfilmer können nicht jedes Lego-Set kennen.


    "Ich bin gegen ein Verbot von KI, würde es aber nicht mit anderen Techniken gleichsetzten."

    Und genau das, würde ich anders sehen. Nur weil eine Technik "KI" heißt, sie anders zu behandeln, halte ich für überzogen. Das, was KI im Brickfilm nicht darf, sollte generell für jegliches Tool gelten. Das Thema "Schöpfungshöhe" hatten wir schon. Ist vielleicht ein frommer Wunsch, aber kaum nachprüfbar.


    "Ob das kontrollierbar ist? Wahrscheinlich nicht, aber ist das wirklich so wichtig?"

    Ich würde für mich die Konsequenz ziehen, dass ich nicht mehr offen erwähne, wie oder woher einzelne Bestandteile des Filmes stammen. Ein minimaler Filmabspann, der nur das erwähnt, was zwingend notwendig ist.


    Gruß, Dirk

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