Brick|film ['brɪkfɪlm], der; -s, -e <engl. »Klötzchenfilm«>: Animationsfilm in Stop-Motion-Technik, der überwiegend mit Lego® und anderem Klicksteinmaterial gedreht wurde.

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#StopmotionSonntag 8: Eiskalt

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Jeder Film entsteht, um angeschaut zu werden. Am liebsten natürlich von ganz vielen und nicht bloß den paar Verwandten und Freunden. Dank dem Internet ist es heute möglich, ein weltweites Publikum zu erreichen. Manchen Filmen fällt das sehr schwer, bei anderen gelingt es hingegen sensationell gut. Ein Beispiel für einen solchen Film, der auf Youtube beeindruckende Klickzahlen erreicht, ist „Eiskalt“ von Markus Engel, Teil des Filmemacher-Duos Rainlight aus dem Jahr 2011.

https://www.youtube.com/watch?v=aQVmt5GzPR8

Der Film ist solide gemacht, hat viele witzige Momente und war der Vorläufer für weitere Filme von Markus, die regelmäßig Preise bei der Steinerei gewinnen konnten. Trotzdem ist es selbst für den Filmemacher selber nicht genau zu erklären, warum ausgerechnet dieser Film dermaßen oft auf Youtube angeschaut wurde. Seine aktuellen Filme haben Viewzahlen bis 100.000, was für einen Brickfilm schon sehr gut ist. „Eiskalt“ hingegen hat unfassbare 36.030.590 Aufrufe, Tendenz steigend. Hier zeigt sich ein Vorteil des Systems Youtube: Wenn der Stein erst einmal ins Rollen gekommen ist und ein Video viele Aufrufe hat, kommen automatisch mehr dazu, wenn der Film öfter vorgeschlagen wird und bei Suchanfragen ganz oben landet. Vielleicht ist „Eiskalt“ sogar der deutschsprachige Brickfilm mit den meisten Aufrufen.
Warum genau ein Film so viele Aufrufe bekommt, lässt sich nicht durchschauen. Gelegentlich greift Youtube selbst ein, wie z.B. als „made in 2 days“ von brixhouse auf der Youtube-Startseite vorgeschlagen wurde und prompt mehrere zehntausend Aufrufe mehr verzeichnete (2008, also zu einer Zeit, als sich noch gar nicht so viele Leute auf Youtube herumgetrieben haben).
Auf der Youtube-Seite von „Eiskalt“ lässt sich dann aber auch direkt die Schattenseite dieser Popularität ablesen – die Idiotie des durchschnittlichen Youtube-Kommentators. Man liest auch freundliches über den Film, aber viele der Kommentare sind entweder völlig offtopic („Who is watching this in 2016?“), kritisieren den Film pauschal („hate it bad job I do not like it“) oder bemängeln, dass sie die Sprache des Films nicht verstehen („When you’re American watching an German stop motion not understanding a single word“), obwohl Markus an mehreren Stellen auf die Untertitel hinweist.
Aber mit 36 Millionen Klicks in der Tasche kann man darüber wohl getrost hinwegsehen. Was genau jetzt einen Brickfilm zum Internethit macht, bleibt allerdings unbeantwortet. Vielleicht gehört einfach ein bisschen Glück dazu.

Veröffentlicht von am 25. Juni 2017 um 19:30 in StopmotionSonntag

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