The Deal

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Release date

04.07.2017

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  • at 04.07.2017 20:24
    The Deal - Vimeo
    The Deal - Youtube

    "Nihil esse tam sanctum quod non violari, nihil tam munitum quod non expugnari pecunia possit." (Cicero, In Verrem)

    „Nichts ist so heilig, dass es nicht verdorben werden kann, nichts ist so befestigt, dass es nicht von Geld gestürmt werden kann.“

    Während gut drei Jahren haben wir in unregelmässigen Intervallen an diesem Projekt gearbeitet. Ursprünglich für die Steinerei 2014 geplant (Thema: Zeit), waren wir nicht in der Lage den Film rechtzeitig zu beenden. Daher haben wir beschlossen… uns ein wenig mehr Zeit dafür zu nehmen. Nun sind wir endlich in der Lage Euch unseren neusten Brickfilm vorzustellen (obwohl das meiste Material über zwei Jahre alt ist).

    Parallel dazu haben wir auch unsere eigene Webseite, Silent Frames, entwickelt, Ihr seid herzlich willkommen einen Blick darauf zu werfen! Neben unseren Projekten findet Ihr dort pro Film jeweils Tipps und Tricks, Hintergrundinformationen, „behind the scenes“ Bilder und ein paar Auszüge aus unseren Storyboards. Zögert also nicht, einen Blick hineinzuwerfen! Wir freuen uns selbstverständlich auch über jegliche Rückmeldungen zur Webseite.
  • at 08.07.2017 12:12
    Hallo Legoander!
    Schön, mal wieder etwas von euch zu sehen. Die Website sieht ganz hervorragend aus, die Präsentation der Filme ist ebenfalls hübsch (nur die Idee mit dem weisen Spruch neben jedem Film ist nicht so ganz mein Geschmack, aber das geht schon klar).
    Zum Film: Sieht prima aus, ist eine Idee zu lang, aber vor allem fällt mir eine Sache auf, die mich schon bei The Librarian beschäftigt hat, meinem Lieblingsfilm von euch. In beiden Filmen geht es ja um den Konflikt zwischen dem "Organischen" oder "Dionysischen", und dem "Geordneten" oder "Apollinischen". Bei der Bibliothekarin siegt der Rausch, hier zunächst das Geordnete. Ich finde es jedoch sehr problematisch, dieses "organische" mit Legosteinen darstellen zu wollen. Bei "Librarian" ist das durch den Einsatz "runder" Elemente wie der Tiere und Pflanzen noch ganz gut gelungen, aber bei diesem Film erscheint mir schon der Anblick des Rübenackers dermaßen künstlich und unorganisch, dass ich keinen ästhetischen Unterschied zu einer industriellen Produktion sehen kann. Entsprechend verwirrend ist es auch, dass der Einfluss der Fabrik die Legosteine verwittern und sich verformen lässt - genau das entspricht meiner Vorstellung einer organischen Ästhetik.
    Durch die Farbwahl wird natürlich schon deutlich, was eure Intention bei der ganzen Sache war, trotzdem ist dies ein Dilemma, das mir bei vielen Brickfilmen auffällt, die versuchen, eine "gesunde" und "natürliche" Welt darzustellen - es scheitert an der Gleichförmigkeit und Struktur eines Legosets.
    Ich hoffe ihr könnt mein Geschwalle nachvollziehen - vielleicht komme ich bei einem der folgenden Stopmotion-Sonntag darauf zurück
    Schonmal vielen Dank für diesen wirklich hübschen Brickfilm, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Vielleicht nicht ganz in die Richtung, in die ihr den Zuschauer haben wolltet, aber das ist ja auch etwas!

    Liebe Grüße
    Hendrik
  • at 11.07.2017 18:28
    Danke für dein ausgesprochen ausführliches Feedback Hendrik, erlaube mir nun darauf einzugehen:

    - Es freut uns natürlich , dass dir unser Film gefallen und zugleich nachdenklich gestimmt hat Genau darauf zielen wir nämlich (meistens) ab

    - Die "weisen Sprüche" resp. die diversen Zitate nehmen bei uns seit geraumer Zeit den Platz ein, der üblicherweise für eine kurze Inhaltsbeschreibung oder sonstige Informationen angedacht wäre. Wir haben uns auch bei diesem Film entschieden der Tradition (noch ) zu folgen, daher stehen diese auch auf der Website.

    - Zum Konflikt "Organisch"/"Dionysisch", resp. Natur/Kultur: Du hast natürlich vollkommen recht, dass dieser Konflikt das Leitmotiv von The Librarian ist. Hier in The Deal spielt dieser Aspekt in derselben Form nur eine untergeordnete Rolle: Unsere Intention (, wie du richtig vermutet hast,) ist nicht, diesen starken Gegensatz auszuspielen. Vielmehr ging es uns darum, den kontinuierlichen Wandel einer bereits kultivierten (quasi "heilen") Welt darzustellen, welche durch eine rasante "Industrialisierung" krank wird und letzten Endes zugrunde geht. Diesen Wandel haben wir zuerst versucht durch "normale" (braune) Steine darzustellen, aber es wurde uns relativ schnell klar, dass dies für den Betrachter wahrscheinlich nicht sehr klar/nachvollziehbar wäre. Daher haben wir uns entschieden neben dem Set Design/Farbe des Films auch noch die Steine auf offensichtliche Weise zu verändern/"krank" zu machen. Aber du sprichst hier einen sehr interessanten Punkt an: Es ist unglaublich schwierig mit derart perfekt symmetrischen und glatten Plastiksteinen so etwas wie eine "organische" Ästhetik darzustellen. Was würdest du denn vorschlagen, um dieses Problem zu überwinden (unter der Annahme, dass man "nur" Legosteine verwenden möchte - also keine wirklichen Blätter/Büsche)? Die "Natur"-Steine allgemein ein wenig ansägen um ihnen ihre Symmetrie und glatte Oberfläche wegzunehmen?

    Tl:dr, die Ausgangslage ist bereits "künstlich" resp. kultiviert, womit sich die Suche nach vollkommener Natur als witzlos erweist (ausser vielleicht. am Ende).

    ...nun ja, ich hoffe die obigen Paragraphen beziehen sich auch wirklich auf deine Aussage, resp. ich hoffe, dich richtig verstanden zu haben... ...ansonsten können wir gerne weiter diskutieren!
  • at 12.07.2017 21:45
    Ja, genau das meinte ich. Ich fand auch die gealterten Steine super, sah wirklich gut aus (wie habt ihr das eigentlich gemacht?). Aber es bleibt schwierig, mit Lego so etwas wie Unordnung oder Natur darstellen zu wollen. Ich hatte mal so eine Art Erweckungserlebnis, als wir für eine Ursprungsversion von "Alles ist die Noppe" so ein Post-Apokalyptisches Set gebaut haben. Da lag dann allerlei Schrott rum, Gebäude waren zerlöchert und verfallen und überall wuchs Gras - für uns sah es nach der perfekten Weltuntergangs-Kulisse aus. Dann habe ich das meinem Vater gezeigt, und der hat das überhaupt nicht gesehen! Für ihn waren eben überall blitzblanke glatte rechteckige Steine, und nach Verfall sah das nun wirklich nicht aus. Ich glaube, als Legofan ist man schon ein bisschen in dieser Sichtweise gefangen und muss ab und zu einen Schritt zurücktun. Vielleicht kommt eure Herangehensweise mit den zerstörten Steinen sogar außerhalb einer Community besser an - mir gefällts auf jeden Fall!
    Liebe Grüße
    Hendrik
  • at 13.07.2017 09:49
    Zur Manufaktur der Steine: Wir haben ein Messer und ein paar Feilen genommen, mit dem Messer hauptsächlich Kerben in die Steine geschnitten, die wir dann mit den Feilen "ausgehöhlt" haben. Anschliessend dienten die Feilen auch dazu, die glatte Oberfläche überall ein wenig "rauer" zu machen und gewisse Ecken vollständig abzutragen. Das Problem ist halt, wenn du eine ganze verwahrloste Landschaft mit solchen Steinen kreieren möchtest, dass diese dann irreversibel beschädigt sind. D.h. falls du diese Steine anderweitig einsetzen möchtest, brauchst du wohl oder übel fast doppelt so viel Steinchen.

    Gewissen Konventionen des Mediums verfällt man wohl zwangsläufig mit der Zeit..? Spannende Geschichte Hendrik, ein Beispiel von meiner Seite: Als ich diesen Film einer Person gezeigt hatte, welche die Welt der Brickfilme nicht wirklich kennt, habe ich sie gefragt, ob sie verstanden habe, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt (über vers. Lebensabschnitte hinweg). Die Antwort war ja, allerdings erst am Ende, da sie aufgrund der langen Haare des jungen Bauers zuerst geglaubt hatte, dass es sich um eine Bäuerin handelte! Mir selber wäre so etwas nie in den Sinn gekommen, da diese Haare nach meinem Verständnis (meistens) klar "männlich" sind. Diese Begegnung hat mir verdeutlicht, wie gefangen ich bin in gewissen Konventionen/Sichtweisen eines Lego-Enthusiasten. Das einzige, was man dagegen wohl tun kann (nebst Selbstreflexion) ist Film/Sets Aussenstehenden zu zeigen...
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