Brick|film ['brɪkfɪlm], der; -s, -e <engl. »Klötzchenfilm«>: Animationsfilm in Stop-Motion-Technik, der überwiegend mit Lego® und anderem Klicksteinmaterial gedreht wurde.

Brick|board ['brɪkbɔːd], das; -s, - <engl. »Klötzchenbrett«>: DIE deutschsprachige Community-Seite für alle Brickfilmer und Brickfilm-Interessierte!

#StopmotionSonntag 11: The Gauntlet

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Am liebsten sind mir Filme, die ohne Worte auskommen. Ich mag keine ewigen Dialoge zwischen Plastikmännchen, die dazu hilflos mit den Armen rudern und schäbige Mundanimationen im Gesicht kleben haben. Und darum mag ich „The Gauntlet“ so sehr, und noch aus vielen anderen Gründen. Der Film traut sich, GROSS zu sein! Nicht bloß der zum Leben erweckte Golem, auch jede der Berghallen ist gewaltig. Und dann lässt einem der Film auch die nötige Ruhe, sich in diesen Hallen umzuschauen. Schlichte steinerne Wände, Treppenabgänge, schwere Vorhänge und ein böser Magier – hier möchte man nicht eingesperrt sein. Was dem Film an Dialog fehlt, wird durch die Musikwahl ausgeglichen. Düster steigert sich Griegs „In den Hallen des Bergkönigs“ zur dramatischen Raserei in den finsteren Gängen. Auch nach all den Jahren wert, aus seinem Verlies befreit zu werden.
Allein der trashige Titel scheint mir mittlerweile etwas aus der Zeit gefallen. Erinnert aber irgendwie an Monty-Python-Zwischensequenzen…

Ein paar Infos findet man auf der entsprechenden Brickfilm-Wiki-Seite.
Gibt es eigentlich irgendwo noch Felix‘ „Golem“ zu sehen? Ich kann ihn nirgendwo finden…

Veröffentlicht von am 6. August 2017 um 19:00 in Allgemein

#StopmotionSonntag 10: Bohnen

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Nach den letzten zwei Brickfilm-Schwergewichten gibt es an diesem Sonntag etwas leichtere Kost – oder etwa doch nicht? Viel mehr Worte muss man über den folgenden Film nicht verlieren, und darum höre ich an dieser Stelle auf und wünsche viel Vergnügen mit „Bohnen“ von Kyrneh!

Hier wurde der Film bereits vorgestellt.

Veröffentlicht von am 9. Juli 2017 um 19:00 in Allgemein

#StopmotionSonntag 9: Die Helden von Bern

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Der heutige Film war einer der ersten Lego-Stopmotion-Filme, die ich in meinem Leben gesehen habe. Zu einer Zeit, als es noch nicht einmal Youtube und das Brickboard gab, verbreitete sich dieser Film bereits über das Internet und landete irgendwann auch bei mir. Schwer zu sagen, wie oft ich ihn seitdem schon gesehen habe, aber dank diesem Film kann ich den Stadionkommentar von Herbert Zimmermann fehlerfrei mitsprechen. Die Rede ist natürlich von den „Helden von Bern“ von Florian Plag, Martin Seibert und Ingo Steidel aus dem Jahr 2003:

Ein Film, dessen Relevanz alleine dadurch bewiesen wäre, dass es einen eigenen Wikipedia-Artikel darüber gibt – einzigartig für einen deutschsprachigen Brickfilm, abgesehen vom überproduzierten Nachfolger Helden 06. Für viele dürfte er ein Anreiz gewesen sein, einen eigenen Film zu drehen, und zumindest hat er das Genre deutschlandweit bekannt gemacht. Reichlich absurd, wenn man den Film aus heutiger Sicht beurteilt – komische Laufanimation, überall blitzt die Tischplatte durch, und warum dieses schäbige Mikrofon aus Knete? Aber in meinen Augen hat der Film gestrahlt, und ich konnte mich nicht sattsehen an dem Geschehen auf dem Rasen, auf der Tribüne und bei den Szenen im Häuschen des Kommentators. Auch heute noch sehe ich ihn mit dieser Brille des kleinen Jungen, der gerade aufgehört hat, mit Lego zu spielen, und dem sich plötzlich die Tür zu einer ganz neuen Welt voller Möglichkeiten öffnet – die Möglichkeit, eigene Geschichten nicht nur zu spielen, sondern sie anderen zu erzählen. Der Rest ist Geschichte.
In diesem Forum wurde schon lang und breit über beide Filme philosophiert – die Meinungen sind gespalten!

Veröffentlicht von am 2. Juli 2017 um 19:00 in StopmotionSonntag

#StopmotionSonntag 8: Eiskalt

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Jeder Film entsteht, um angeschaut zu werden. Am liebsten natürlich von ganz vielen und nicht bloß den paar Verwandten und Freunden. Dank dem Internet ist es heute möglich, ein weltweites Publikum zu erreichen. Manchen Filmen fällt das sehr schwer, bei anderen gelingt es hingegen sensationell gut. Ein Beispiel für einen solchen Film, der auf Youtube beeindruckende Klickzahlen erreicht, ist „Eiskalt“ von Markus Engel, Teil des Filmemacher-Duos Rainlight aus dem Jahr 2011.

https://www.youtube.com/watch?v=aQVmt5GzPR8

Der Film ist solide gemacht, hat viele witzige Momente und war der Vorläufer für weitere Filme von Markus, die regelmäßig Preise bei der Steinerei gewinnen konnten. Trotzdem ist es selbst für den Filmemacher selber nicht genau zu erklären, warum ausgerechnet dieser Film dermaßen oft auf Youtube angeschaut wurde. Seine aktuellen Filme haben Viewzahlen bis 100.000, was für einen Brickfilm schon sehr gut ist. „Eiskalt“ hingegen hat unfassbare 36.030.590 Aufrufe, Tendenz steigend. Hier zeigt sich ein Vorteil des Systems Youtube: Wenn der Stein erst einmal ins Rollen gekommen ist und ein Video viele Aufrufe hat, kommen automatisch mehr dazu, wenn der Film öfter vorgeschlagen wird und bei Suchanfragen ganz oben landet. Vielleicht ist „Eiskalt“ sogar der deutschsprachige Brickfilm mit den meisten Aufrufen.
Warum genau ein Film so viele Aufrufe bekommt, lässt sich nicht durchschauen. Gelegentlich greift Youtube selbst ein, wie z.B. als „made in 2 days“ von brixhouse auf der Youtube-Startseite vorgeschlagen wurde und prompt mehrere zehntausend Aufrufe mehr verzeichnete (2008, also zu einer Zeit, als sich noch gar nicht so viele Leute auf Youtube herumgetrieben haben).
Auf der Youtube-Seite von „Eiskalt“ lässt sich dann aber auch direkt die Schattenseite dieser Popularität ablesen – die Idiotie des durchschnittlichen Youtube-Kommentators. Man liest auch freundliches über den Film, aber viele der Kommentare sind entweder völlig offtopic („Who is watching this in 2016?“), kritisieren den Film pauschal („hate it bad job I do not like it“) oder bemängeln, dass sie die Sprache des Films nicht verstehen („When you’re American watching an German stop motion not understanding a single word“), obwohl Markus an mehreren Stellen auf die Untertitel hinweist.
Aber mit 36 Millionen Klicks in der Tasche kann man darüber wohl getrost hinwegsehen. Was genau jetzt einen Brickfilm zum Internethit macht, bleibt allerdings unbeantwortet. Vielleicht gehört einfach ein bisschen Glück dazu.

Veröffentlicht von am 25. Juni 2017 um 19:30 in StopmotionSonntag

„How fan films shaped The Lego Movie“

Aus den Reihen der Brickfilmer gab es viel Lob für den Lego-Kinofilm „The Lego Movie“ von 2014.
Diese sehenswerte Doku zeigt noch einmal detailliert die Vorgehensweise der Filmemacher auf, aus „The Lego Movie“ eine Hommage an die Brickfilmszene zu machen. Das reicht von der Beleuchtung über digital eingefügte Finderabdrücke bis zu direkten Verweisen auf tatsächliche Filme. Am offensichtlichsten ist die Hommage an den Klassiker „The Magic Portal“. In der Doku wird aber sogar Material der HARPO-Studios gezeigt und damit auch den Anfägen des deutschsprachigen Brickfilms gedacht. Auf jeden Fall ist es sehr schön zu sehen, wieviel Recherche und Mühe die Entwickler des Films in diese kleinen Details gesteckt haben, die eigentlich nur für ein paar Eingeweihte verständlich sind. Vielleicht sind es nach dieser Doku ein paar mehr.

Diskutiert werden kann in diesem Thread.

Veröffentlicht von am 19. Juni 2017 um 23:10 in Allgemein

#StopmotionSonntag 7: The River

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Diese Woche geht es auf eine mystische Kanutour entlang des titelgebenden Gewässers. Gemeint ist allerdings nicht Knausers neues Vater-Sohn-Epos „Der Donnerfluss“, sondern der etwas ältere Film „The River“ von Night Owl.

Der Fluss – eine Metapher, deren Bedeutung im Film nicht augelöst wird. Ein Soldat wird in einer fatalen Schlacht verlässt, und unternimmt eine Reise – wohin eigentlich? Durch seinen Geist? Durch die Geschichte der Menschheit? Die Geschichte des Planeten? Vom Leben in den Tod? Vom Tod zurück ins Leben? Vieles bleibt vage in diesem Film, nicht bloß inhaltlich, sondern auch bildlich. Konturen verschwimmen, Schatten legen sich über Gesichter, weiche Blenden in jeder Einstellung und am Ende ein weißes Nichts, in dem der Kahn paddelt. In der anglophonen Brickfilm-Welt für seine „Great Cinematography“ gelobt, wurde dieser Brickfilm in einer entsprechenden Diskussion als Beispiel angeführt für Filme, die gut aussehen und wenig erzählen. Technisch perfekt ist er in jedem Fall, und vielleicht muss man sich von dem Gedanken lösen, dass ein Filmemacher einem auch immer eine tiefergehende Bedeutung auf den Weg geben will und nicht einfach einen schönen Film drehen wollte.
Hier findet sich der offizielle Thread zum Film.

Veröffentlicht von am 18. Juni 2017 um 19:30 in Allgemein

#StopmotionSonntag 6: Resident Evil

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Heute greifen wir wieder ganz tief in die Schatzkiste des Brickboards und zeigen euch diesen Horror-Brickfilm über den Ausbruch einer mysteriösen Krankheit in einer kleinen Stadt.

Es ist nicht allzu schwer, einen Film zu parodieren, bloß indem man ihn mit Bauklötzen umsetzt. Alles, was im Original ernst oder sogar bedrohlich wirkt, kommt aus dem Mund einer kleinen gelben Plastikfigur schon wieder ganz anders rüber. Umso schwieriger ist es also, einen Brickfilm zu drehen, der tatsächlich spannend und unheimlich ist und es geschafft hat, die Niedlichkeit einer Welt aus Lego in den Hintergrund zu drängen. Bei diesem Lego-Zombie-Klassiker gelingt das vor allem durch die Lichtgestaltung: Autoscheinwerfer, flackernde Neonröhren in Unterführungen und das halbdunkle Dämmerlicht über jeder Szene des Films lassen keinen Zweifel daran, dass wir uns in einer Welt bewegen, in der jederzeit etwas aus den Schatten angreifen kann.
Im zugehörigen Thread liest man viel Lob – laut mert ist es bloß schade, dass die Filmemacher die Lego-Studios-Kamera benutzt haben. Ausgehend von unseren heutigen Sehgewohnheiten muss zumindest ich dazu sagen: Wie schön, mal wieder einen alten verpixelten und verrauschten Brickfilm zu sehen. In einer Zeit, in der jeder Brickfilm kristallklar und scharf aussehen kann, sollte man wieder überlegen, ob die Qualität der Aufnahme nicht schon ein Stilmittel für sich ist. Für diesen Zombiefilm passt es auf jeden Fall perfekt, vielleicht heute sogar besser als noch vor 12 Jahren, als alle nach optischer Perfektion strebten.
Falls noch jemand eine funktionstüchtige Kamera des Lego Movie Maker Sets hat – ich hätte Interesse! 😉

Veröffentlicht von am 11. Juni 2017 um 19:00 in Allgemein

#StopmotionSonntag 5: Dane Cook gets slapped by a hobo with a fish

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Heute wird international bekannter Film vorgestellt, der zu seiner Zeit einen regelrechten Hype auslöste und heute noch im weltweiten Brickfilm zitiert wird.

Dieser Film steht stellvertretend für die gewaltige Welle an Imitationen und Parodien, die er (vor allem im anglophonen Brickfilm) ausgelöst hat. In diesen Filmen kommt jedes Mal der Comedian Dane Cook auf die absurdeste Art und Weise zu Schaden – er wird mit einem Fisch verprügelt, von einem Elefanten auf einem Fahrrad erschlagen oder dem Sonnengott geopfert. Ihren Witz ziehen die Filme aus ihrer Vorhersehbarkeit: Der Titel verrät uns genau, was Dane Cook diesmal widerfährt, außerdem werden im Vorspann noch einmal sämtliche Protagonisten (Dane Cook, a Hobo, a Fish) ausführlich vorgestellt. Die Pointe selber scheint einem alten Monty-Python-Sketch entlehnt, und auch der Einsatz der gezeichneten Hände und das französische „Fin“ erinnern stark an deren Flying-Circus-Show.
Dass dieses Format so begeistert aufgenommen und begierig kopiert wurde, hat wohl mehrere Gründe. Zunächst sind es kurze Filme, die wenig Animation benötigen – dafür umso mehr Kreativität beim Ausdenken schrecklicher Strafen für Dane Cook. Dadurch fühlten sich wohl viele Filmemacher angespornt, noch absurdere Qualen zu erdenken und diese in Lego umzusetzen. Da der Witz auf seiner Vorhersehbarkeit beruht, schadet ihm die Wiederholung nicht, sondern unterstützt dieses Prinzip sogar noch.
Mehr Infos und ein paar Links zu weiteren Dane-Cook-Filmen liefert das entsprechende Brickfilm-Wiki.
Im deutschsprachigen Brickfilm taucht Dane Cook erstmalig im Film Paragraph von golego und nichtgedreht auf, auch wenn ihm hier ein schlimmes Schicksal erspart bleibt.
Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktioniert die „Glasses“-Serie der österreichischen Brickfilmer A&M Studios und Legostudio01. Auch hier ist die Pointe schon am Anfang klar, nur der Weg dorthin wird originell aufgearbeitet.

Veröffentlicht von am 4. Juni 2017 um 19:00 in StopmotionSonntag

#StopmotionSonntag 4: Ein echter Matrose

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Mittlerweile sind die meisten Steinerei-Besucher schon wieder aus Kaiserslautern in die Heimat zurückgekehrt – genau die richtige Zeit für den #StopmotionSonntag!
Die Kombination aus Realfilm und Trickfilm ist für viele Brickfilmer verlockend – wenige haben sie derart zu ihrem Markenzeichen erhoben wie Ivan Dubrovin. Da an diesem Wochenende sein neuer Film „Das Dorf“ bei den Deutschen Filmfestspielen des BDFA gezeigt wird, sei an dieser Stelle noch einmal an einen seiner früheren Filme erinnert.

Den Thread zum Film findet ihr hier.

Veröffentlicht von am 28. Mai 2017 um 19:00 in StopmotionSonntag

#StopmotionSonntag 3: Das Wort

Jeden Sonntag präsentiert das Brickboard einen besonderen Brickfilm. Egal ob Blockbuster oder Avantgarde, ob Klassiker oder brandneu, ob lustig oder dramatisch – wir möchten die Vielfalt des Brickfilms abbilden!

Vor fast genau zehn Jahren am 19. Mai 2007 fand in Hannover die dritte Steinerei statt. Einer der aufwändigsten und kontroversesten Beiträge war damals „Das Wort“ von Manuel Wolff. Für die einen ein geniales Science-Fiction-Epos auf vielen Ebenen, für die anderen ein unverständliches Effektfeuerwerk, das Tiefe bloß suggeriert. Bildet euch selbst eure Meinung!

Hier kann man die folgende interessante und amüsante Diskussion noch einmal nachlesen.

Veröffentlicht von am 21. Mai 2017 um 19:00 in Allgemein

Steinerei 2017 - Trailer Nr. 2
Inhalt: Zweiter offizieller Trailer zur Steinerei 2017.
Produktion: Stefan Müller
Datum: 22.03.2017
Links: Diskussion im Forum

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